Sonntag, 20. Mai 2018

 Donnerstag, 17. Mai
Wir entsorgen das WoMo (nein, nicht das Ganze), finden sogar einen Schlauch, mit dem Reinhard mal den groben Sand ein wenig entfernen kann und sind um 11 Uhr wieder auf der Piste Richtung Sevilla. Portugal hat uns echt begeistert und wir sind uns ziemlich sicher, dass wir wiederkommen und uns auch den Norden noch genauer anschauen werden. Aber jetzt fahren wir nach Spanien. Andalusien war ja der eigentliche Plan und Portugal nur der kleine Umweg dorthin. Unser Stellplatz in Sevilla ist alles andere als schön, aber sicher scheint er zu sein. Ist in einer Stadt fast noch wichtiger. Wir fahren gleich mit den Fahrrädern los und sind nach einer knappen halben Stunde mitten in der Stadt. Schön ist es hier. Wir schlendern durch die Gassen, essen das erste mal Tapas und genießen das Treiben in den vielen Gassen. Die Stierkampfarena wollen wir uns genauer anschauen und schließen uns einer Führung an. Sehr interessant und spannend, was uns über die Arena und vor allem über die Torreros erzählt wird. Trotzdem würde ich mir nie anschauen, wie unter Gejohle und Beifall ein Stier getötet wird. Danach radeln wir noch zur Placa de la Espana und setzen uns dann für zwei Bierchen (St Miguel, lecker) auf die Terrasse eines Lokals am Wasser mit lauter Musik und jungen Leuten. Fast fühlen wir uns selbst wie Anfang 20…;-) Von da aus radeln wir in den Stadtteil gegenüber der Altstadt und erleben einen tollen Sonnenuntergang auf einer der Brücken. Wir finden ein schönes Lokal und essen unsere Tapas inmitten spanischer Familien, die bis 23 Uhr noch mit Kind und Kegel unterwegs sind. Ein richtig schöner lauer Abend. Uns fällt zum ersten Mal auf, dass es gar nicht so windig ist, wie die Zeit vorher. Der Radweg zurück zum WoMo gelingt und wir freuen uns über einen schönen Urlaubstag.










Freitag, 18. Mai. Es regnet. Reinhard holt Brötchen, wir frühstücken und gehen noch einkaufen, um dann weiterzufahren. Im Regen würde uns Sevilla nicht wirklich gefallen. Wir fahren durch schöne Landschaften bis nach Cadiz. Unsere Reiseroute haben wir etwas geändert, weil uns die Münchner Familie so von Gibraltar erzählt hat, dass wir da jetzt doch auch hinfahren wollen. Also heute Cadiz und von dort über Jerez de la Frontera und Tarifa nach Gibraltar. In Cadiz halten wir vor der Stadt auf einem Parkplatz direkt am Strand. Mal sehen, ob wir hier auch übernachten. Als wir die Fahrräder unten haben und gerade losfahren wollen, spricht uns ein älterer Herr erst verlegen an, ob wir aus Deutschland seien. Er könne ein bisschen deutsch, weil er lange in Frankfurt am Flughafen gearbeitet hat. Er möchte uns den besten Radweg in die Stadt zeigen und man merkt ihm an, wie glücklich er ist, uns helfen zu können. Antonio ist 81 Jahre alt und quasselt ohne Punkt und Komma. Was für ihn praktischer ist, weil er fast nichts mehr hört. Wir finden ihn richtig nett und bedanken uns für seine offenherzige Hilfe. Die Altstadt von Cadiz ist mal wieder total schön. Sehr enge Gassen, kleine Lädchen, die mich veranlassen, immer auch mal hinein gehen zu wollen. Reinhard findet das nicht immer so spannend und wir trennen uns für die nächsten 1,5 Stunden, damit jeder in seinem Tempo die Stadt erkunden kann. Danach umrunden wir die ganze Innenstadt mit den Rädern, was immer neue Eindrücke bringt. Auf dem Rückweg entlang der Promenade erleben wir die Cadizer, wie sie ihren Feierabend am Strand verbringen. Fussballspielend, Volleyballspielend, quasselnd. Vor allem quasselnd. Immer quasselnd und immer laut. Wir ziehen uns um und springen auch das erste Mal in den Atlantik. Leider ist es mal wieder sehr windig. Ich Dusche noch eiskalt an der Stranddusche und lese erst hinterher, dass man nur ohne Shampoo duschen darf. Ups …zu spät… Wir hübschen uns auf und radeln nochmal zur Promenade, um was zu essen. Gefreut hatten wir uns auf Tapas, was aber nicht ganz geklappt hat. Meine Garlic Prawns waren trotzdem lecker. Reinhards Schwertfisch wohl auch. Weil uns der Stellplatz dann doch zu laut war, so direkt an der Schnellstraße, sind wir doch noch losgefahren nach Carnil de la Frontera. Hätten wir das mal gelassen… In einer super engen Gasse, in der wir rückwärts fahren müssen, wo ein hupender Tölpel wartet und wir müde , gereizt und ratlos sind, fahren wir uns eine fette Schramme und Beule an die WoMo -Schiebetüre.  Sch… Gut, dass es die Vollkasko gibt. Der Stellplatz, den wir dann finden, ist ok, wenn nicht die total lauten Spanier wären, die um 1 Uhr noch Krach machen, als wären sie ganz alleine weit und breit.


Der Stadtstrand von Cadiz



In einem Cadizer Park

Samstag, 19.Mai
Beim ersten Aufwachen der Gedanke an das gestrige Malheur. Reinhard macht ein paar Fotos und wir kleben die offenen Stellen mit Gewebeband ab, welches wir gestern gekauft hatten (wofür eigentlich?). Naja, ist halt nicht rückgängig zu machen. Ein bisschen entschädigt der Stellplatz direkt am Strand. Über einen  kleinen Holzsteg und schon sind wir im Sand. Wir gehen eine halbe Stunde am und im Wasser, Reinhard springt auch kurz ganz rein. Danach Frühstück und Weiterfahrt nach Vejer de la Frontera. Die Landschaft auf dem Weg dorthin ist überraschend grün und hügelig. So hatte ich mir das hier gar nicht vorgestellt, bin aber begeistert. In jedem Reiseführer steht, dass man es vermeiden soll mit dem Auto hoch in den Ort zu fahren, was wir natürlich mit dem WoMo dann erst Recht nicht tun wollen. Tja…dann stehen wir plötzlich doch mittendrin. Auweia. Schon die Straße hoch in den Ort ( sobald wir drauf sind, is nix mehr mit Wenden…). Super steil und kaum für zwei PKW’s gedacht. Und dann wir mit dem WoMo mitten im Ort. Was haben die uns alle angeguckt!!! Und was haben wir geschwitzt!!! Die erste Gelegenheit zum Drehen genutzt und das Ganze wieder Retour. Alles nochmal gut gegangen. Etwas weiter an der Hauptstraße ist ein Parkplatz, wo wir das WoMo abstellen. Zu Fuß ist es zwar noch steiler, aber deutlich entspannter für uns beide. Der Ort ist traumhaft schön. Ich bin geneigt zu behaupten, dass der Placa de la Espana, der schönste Platz ist, den ich bisher gesehen habe.  Dieser Brunnen!!! Wir schlendern durch die Gassen, finden keine einzige Eisdiele (!!!) und trinken in einem kleinen Lokal ne Cola und einen Cappuccino. Dann den steilen Fußweg wieder zurück. Weiterfahrt nach Tarifa. Wir steuern einen Campingplatz an, um mal wieder alles aufladen zu können. Uns auch! Dass es dann ein so schöner Platz wird, damit haben wir gar nicht gerechnet. An einem sehr steilen Hang stehen wir mit Blick aufs Meer und genießen die Natur um uns herum. Gleich bei der Ankunft kreisen über uns 3-4 Geier in der Luft. Echte Geier!! Unfassbar. Später gehen wir nochmal mit der Canon los, um vielleicht Fotos von diesem Schauspiel machen zu können. Leider sehen wir nur noch einen in sehr großer Höhe. Wir setzen uns für zwei Kaltgetränke an die Bar direkt am Wasser und entschließen uns, für zwei Nächte zu bleiben. Abends essen wir in diesem Lokal unsere erste Paella und genießen den Blick übers Wasser bis nach Afrika!

Autsch......Die Versicherung ist schon informiert und die Reparatur wird erledigt, sowie wir zurück sind. Also alles halb so schlimm. Sagen wir heute, 4 Tage später...

Der kleine Steg zum Strand direkt vom Stellplatz aus

Das würde ich auch gerne mal tun....

Da hinten ist Reinhard....

Der steile Fussweg nach Vejer de la Frontera

Da kämpft noch einer

Vejer de la Frontera




Unser Campingplatz vor Tavira. Der steht er, unser "Zwosi" ( Zweitwohnsitz)


In der Bar sitzen wir nachmittags und abends. 

Die hohen Berge im Hintergrund stehen in Afrika/Marocco


Die Fotos zu diesen beiden Tagen kommen später. Ich hab jetzt Hunger und lange genug am Tablet gesessen. Das Hochladen der Fotos geht nämlich nur am Pool und dauert eeewig.

1 Kommentar:

  1. Die Schrammen am Auto sind echt hässlich und wahrscheinlich sehr aufwändig zu reparieren. Bilder folgen.
    Aber gesund sein ist wichtiger.
    Reinhard

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