Wir brechen relativ spät vom Campingplatz auf, weil wir noch länger das Wlan-Netz ausnutzen, um zu recherchieren, welche unsere nächsten Stationen sind. Um 13 Uhr sind wir dann aber unterwegs Richtung Antequera. Vorher soll’s aber zu El Torcal gehen, eine faszinierende Felslandschaft. Das ist auch tatsächlich so, nur leider macht sich mit uns gemeinsam eine, nein eher 3 Schulklassen auf den Weg durch diese Gesteinsformationen. Wir wollen diese quatschende, singende, johlende Meute möglichst überholen, was bei dem schmalen Pfad auf unebenen Steinen kein leichtes Unterfangen ist. Und dann verläuft sich Reinhard auch noch in diesem Stein-Kinder-Labyrinth und weiß keinen Ausweg. Ehrlich gesagt war das ganz schön lustig… Aber auch er hat es dann geschafft und wir konnten unseren Weg alleine und ohne das Geschnatter fortsetzen. Allerdings in schnellem Tempo, damit sie uns nicht wieder einholen. Von da aus dann nach Antequera. Wir finden schnell den Stellplatz, der allerdings alles andere als gemütlich ist und gehen in die Stadt. Hä? Wo ist es jetzt hier schön? Oder liegt es an meiner doch eher getrübten Stimmung, dass wir mit Antequera nicht richtig warm werden? Wie auch immer, wir beschließen, weiter zu fahren. Nicht, ohne vorher doch noch den Stadtberg erklommen zu haben und vom berühmten Berg der Stadt ein Foto zu machen. Man sagt, es ist der Berg der Liebenden. Wir sehen einfach einen liegenden Männerkopf. Ok, also weiter. Zurück ans Meer. Nerja ist das Ziel, weil wir morgen eine schöne Wanderung geplant haben. In Nerja ist es 20 Uhr als wir ankommen. Wir sind sehr erstaunt, dass in Nerja viele deutsche Autos stehen und die Bedienung im Restaurant auch in deutsch antwortet. Es scheint eine deutsche Enklave zu sein in Torox, direkt bei Nerja. Die Nacht ist erstaunlich ruhig, obwohl wir an einer befahrenen Straße stehen.
Da steht er und weiss micht weiter...:-))
Der weite Blick ist immer wieder faszinierend
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| Antequera mit dem "schlafenden Mann" im Hintergrund |
Donnerstag, 24. Mai
Brötchen hatten wir uns in Antequera besorgt, so dass wir in aller Ruhe und Gelassenheit frühstücken können. Danach fahren wir los. Ich habe von einer interessanten Wanderung durch ein Flussbett gelesen, die wir heute unternehmen wollen. Der Parkplatz dazu ist schnell gefunden und der Wanderweg dank der App Osmand ebenso. Wir sind begeistert !! Nach einer Stunde versuchen wir noch trockenen Fußes an einer Baustelle über das kleine Bächlein zu gelangen, was ein Bauarbeiter mit Kopfschütteln und einer unverständlichen Bemerkung kommentiert. Kurz darauf wissen wir, warum er nicht verstehen könnte, dass wir nicht nass werden wollen. Es gibt gar keine andere Möglichkeit als die, mitten durchs Wasser zu wandern. Bestimmt 1,5 km geht es flussaufwärts durch den Fluss Chiller. An der engsten Stelle kann Reinhard in der Schlucht beide Felsenwände links und rechts anfassen. Eine Atmosphäre wie im Urwald. Sehr grün bewachsen, echt spektakulär. Als wir zurück gehen, wird ein vorher klitzekleiner Rinnsal aus dem Berg zu einem ausgewachsenen Wasserfall. Es muss jemand eine Schleuse geöffnet haben, anders ist es nicht zu erklären. Ein Paar bittet uns, Fotos zu machen und wir bitten sie um gleiches. Nach gut 3 Stunden sind wir wieder am Auto. Wir fahren noch in das Dörfchen Frigiliana. Ein kleines weißes Dörfchen oberhalb Nerjas. Wir schlendern mit unserem leckeren Eis durch die Gassen und finden, dass es hier schön ist, aber nicht ganz so schön wie in Vejer de la Frontera. Und schwupp, sitzen wir wieder in unserem Zwosi und düsen durch die Berge (der Beginn der Sierra Nevada begleitet uns rechter Hand) und entdecken den ersten Schnee auf einem Gipfel. Kurz vor Granada ist der Campingplatz, den wir uns ausgesucht haben. Wir wollen auch ohne vorher erstandenen Tiçkets versuchen in die Alhambra zu kommen. Vielleicht gibt es ja an der Tageskasse noch Möglichkeiten. Der Campingplatz bietet welche für Montag an. Das wäre uns zu spät. Wir haben uns nämlich heute mit meiner ehemaligen Chefin für Montagabend zum Paella-Essen in der Dorfkneipe von Lliber verabredet. Dort lebt sie seit einiger Zeit. Den Abend lassen wir mit einer super heißen Dusche mit viel Wasserdruck (kleiner Luxus, den man zu schätzen lernt), leckeren Nudeln und dem heutigen Rioja ausklingen.
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| Der Wasserfall, der eine Stunde zuvor noch ein Rinnsal war |
Freitag, 25. Mai
Morgens wieder richtig lange getrödelt und ein gemütliches Frühstück eingenommen. Um 12: 20 Uhr sind wir dann mit dem Bus nach Granada gefahren. Auf dem Weg dorthin sind wir an einem riesigen Shopping-Center vorbeigekommen, welches später am Abend nochmal interessant wird… Granada hat uns schnell in seinen Bann gezogen. Wir wollen als erstes zum Mirador de San Nicolaus laufen, weil man von dort aus den besten und schönsten Blick auf die Alhambra hat. Wir haben Ende März versucht, Karten für die Alhambra zu bekommen, was nicht mehr möglich war. Also wollen wir wenigstens einen schönen Blick auf die Anlage werfen. Naja, ist ganz nett. Wir laufen durch das Stadtviertel Albayzin, welches echt sehenswert ist mit seinen vielen engen Gassen und steilen Treppen. Mitten in der Stadt steht dann die Kathedrale, die – obwohl sie echt riesig ist – gar nicht so leicht zu finden ist. Wir zahlen den Eintritt und erhalten dafür einen Audio-Guide, der uns sehr interessant durch die Kathedrale führt. Es geht mir selten so in einem Gotteshaus, aber ich bin echt richtig beeindruckt. Einfach nur riesig und total schön. Von dort aus gehen wir zum Plaza Nueva und laufen dann doch noch zur Alhambra hoch, um unser Glück zu versuchen. Klappt nicht. Tickets nur im Internet und dort erst in ein paar Monaten wieder… Na guuuut…. Der Rückweg entschädigt wieder, weil er durch eine schöne Parkanlage und dann unten am Wasser entlang zurück in die Stadt geht. Mir gefällt Granada immer mehr und ich finde es fast schade, dass wir nicht ein Zimmer in der Stadt haben, damit wir die Stimmung am Abend auch noch genießen können. In der Nähe vom Plaza Bin Rambla findet auf einem Platz direkt an der Kathedrale ein Soundcheck für ein Konzert statt und wir setzen uns an einen der Hochtische mit Blick auf die Bühne. Das Bier ist lecker und zu jedem Getränk gibt es eine Kleinigkeit (Tapas) zu essen gratis dazu. Nach dem 2. Bier gesellt sich ein Dresdner Pärchen zu uns an den Tisch, welches wir erst auf dem Campingplatz in Ronda und dann nochmal auf dem Weg nach Altequera getroffen hatten. Sie trinken zwei Bierchen mit uns, wir tauschen uns über unsere Erlebnisse aus und sind beim Aufbruch pappsatt. Die Beiden hatten übrigens 98 Euro bezahlt, um heute eine geführte Tour in der Alhambra mitzumachen, ohne aber in die Paläste zu kommen. Das wäre uns echt zu happig gewesen. Es war jedenfalls ein richtig netter Abend und wir gehen beschwingt und von Granada begeistert zur Bushaltestelle zurück. Nur gut, dass wir den vorletzten Bus um 21 Uhr nehmen, weil wir im besagten Shopping-Center dringend die Toiletten inspizieren müssen. Und wäre das nicht so gewesen, wüssten wir jetzt nicht, wie riesig groß dieses Einkaufszentrum ist. RIESIG!! Eigentlich wollte ich in der Bar vom Campingplatz das schnelle Internet zum Bloggen nutzen. Die hat jedoch zu. Dann vielleicht morgen früh. Gute Nacht.

















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