Samstag, 12. Mai 2018
So, das ist doch alles etwas schwieriger als ich mir das vorgestellt hatte. Seit ein paar Tagen sind wir quasi ohne W-Lan-Anschluss. Heute sind wir auf einem Campingplatz an der Atlantikküste Portugals und haben W-Lan. Das ist allerdings so Schwach, dass an eine Fotoübertragung beim besten Willen nicht zu denken ist. Vielleicht ja, wenn hier alle schlafen gegangen sind. Ich blogge jetzt einfach schon mal den Text (in der Hoffnung, dass das klappt) und reiche die Fotos nach. Irgendwann und -wo wird's
bestimmt mal klappen :-)
Sonntag, 6. Mai
Ich wache pünktlich zum Sonnenaufgang auf und wecke Reinhard, der das Spektakel fotografieren wollte. Hat sich einigermaßen gelohnt. Danach noch zu Ende geschlafen, heute mal Müsli gefrühstückt und um 10 Uhr aufgebrochen Richtung Salamanca. Unsere letzte Zwischenstation auf dem Weg nach Lissabon. Vorher hat Reinhard doch noch den Schlauch gefunden, den ich zu Hause in der Hand hatte. Während er also das Rad repariert, habe ich Zeit den Teppich vom WoMo abzuklopfen. Nützlicher Zeitvertreib. Die Fahrt durch die Berge Nord-Spaniens ist unspektakulär, aber immer mal wieder könnten es auch die Alpen sein.
Ich versuche während der Fahrt einen Blogpost offline zu schreiben, incl. der Fotos und bin gespannt, ob das bei der Übertragung zu Blogspot klappt.
Bevor ich das ausprobieren kann, ist schon der nächste Tag und ich schreibe weiter während Reinhard uns von Salamanca nach Portugal fährt. Ja, ich bin ganz schön oft Beifahrer, was mir nur leicht fällt, weil ich nebenher „zu tun hab“ und weil Reinhard natürlich ein ausgezeichneter Fahrer ist. Ausserdem will ich die angefangenen Socken in diesem Urlaub noch anziehen, obwohl ich nicht hoffe, sie wirklich brauchen zu müssen.
In der Nähe von Salamanca finden wir einen gemütlichen kleinen Campingplatz, was ich erstmal für eine warme Dusche nutze. Es ist blauer Himmel mit ein paar weissen Wölkchen aus denen immer mal wieder ein paar Tropfen fallen. Hält uns nicht ab mit dem Fahrrad entlang des Flusses (Namen hab ich vergessen) auf einem tollen Radweg ins Städtchen zu fahren. Wow, damit haben wir gar nicht gerechnet, dass die Altstadt, oben auf einem Hügel gelegen, so schön sein würde. Wir schauen uns die Kathedrale an (wen es interessiert, der sollte mal googlen…) und setzen uns für ein Bierchen an ein schönes kleines Plätzchen. Es ist Sontagabend und alle Einheimischen scheinen einen Bummel durch die Gassen zu geniessen. Später am Abend giesst es dann wie aus Eimern, was mich ein klitzekleines bisschen Heimweh haben lässt, weil sich dort bei herrlichem Sonnenschein alle zum Grillen und Draussensein treffen. Vielleicht liegts aber auch an den Fotos, die wir von Felix und Moritz bekommen...
Montag, 7. Mai
Heimweh ist verflogen, wir können das erste Mal draussen vor dem WoMo frühstücken. Endlich. Wir packen zusammen, entsorgen das WoMo und fahren erst zum Supermarkt und dann zu Decathlon. Heute Morgen hab ICH nämlich einen Platten und wir kaufen gleich mehrere Schläuche und eine passende Luftpumpe. Um 13:15 Uhr geht’s dann endlich los Richtung Portugal. Heute Abend wollen wir in Lissabon ankommen.
Das haben wir uns jetzt, 5 Stunden später, anders überlegt. Wir brauchen mal eine Pause von Besichtigungen, Städten und dem Gefühl, unbedingt noch was unternehmen zu müssen. Wir werden Lissabon - erstmal – links liegen lassen und durchfahren bis zum Meer. Wenn wir einen Platz in Cascais finden, super. Wenn nicht, irgendwo dort, wo wir morgen in Ruhe stehen können, relaxen können, vielleicht am Strand laufen können.
Heute die Fahrt war aber nochmal spannend. Ca. 150 km hinter der Grenze, also schon in Portugal, ist uns aufgefallen, dass wir gar keine Maut zahlen und uns auch nicht in das Bezahlsystem in Portugal eingeloggt hatten. Ups, und nu? Wir fahren in Castelo Franco ab und verbringen die nächsten 1 ½ Stunden dort. Von der Polizei zur nächsten Tankstelle, von dort ins Einkaufszentrum und schlussendlich bekommen wir im Stadtzentrum in der dortigen Postfiliale unser Ticket für die Autobahn. Die Strassen ins Zentrum sind teilweise so eng, dass nur noch 1 cm Platz zu den Häusern blieb. Naja, gefühlt… Und unser Englisch war besser als das der Portugiesen. Nett und hilfsbereit waren sie aber trotzdem 😊
Richtig blöd ist, dass kurz vor Cascai eine Mautstation kommt und die nette Dame im Schalter DAS Ticket von uns sehen möchte. Wir zeigen ihr unseres, welches wohl nicht das Richtige ist. Wir hätten an der Stelle, wo wir ohne eine Schranke, wie die anderen vor uns, einfach durchgefahren sind, ein Ticket ziehen müssen. Tja, dann also die Höchstsumme bezahlen: 88 Euro. Boah ey, das nervt mich jetzt. Ausserdem regnet es schon wieder seit einer Stunde. Es ist 20 Uhr portugiesische Sommerzeit, also eigentlich schon 21 Uhr. Ich will endlich ankommen und ein nettes Plätzchen finden. Und dann DAS…. Auf einmal, wie aus dem Nichts, taucht vor uns das Meer auf mit einem super tollen Strand. 2 Minuten später finden wir den anvisierten Stellplatz über den Klippen mit Blick auf zwei riesige Strände. Ich bin ein bisschen aus dem Häuschen und alle Zipperleinchen von Heute sind vergessen. Wir sind begeistert und drehen erstmal eine kleine Fotorunde. Das Licht ist gerade phantastisch und die Sonne ist dabei, jeden Moment hinter einem Wolkenband zu verschwinden. Perfekt!! Ein schnelles Abendbrot mit Knäckebrot, dann ist Feierabend.
Dienstag, 8. Mai
Ups, Burzeltag
Ich werde quasi geweckt mit einem Geburtstagsständchen neben mir und der Videobotschaft mit Geburtstagsständchen von Bine, Christoph, Felix und Moritz. Sehr süss (Moritz hatte übrigens von selbst gewunken, Bine…). Noch vor dem Frühstück laufen wir eine Runde oberhalb der Strände. Dann ein Müslifrühstück und ein Spaziergang in den Dünen. Dort gehen wir über einen schön angelegten Steeg. Weil es echt zu windig ist, um draußen zu lesen, radeln wir doch los nach Cascais. Nur ein bisschen Bummeln und ein Geburtstagsessen, nehmen wir uns vor und bleiben auch dabei. Hinwärts haben wir fast durchgehend Rückenwind, was für den Heimweg nix gutes verheißt. Ich darf in Reinhards Windschatten fahren, dafür, dass er mir in Cascais einen neuen Schlauch eingezogen hat. Geburtstagsbonus…
Wie vorgenommen, gehe ich über den Dünensteeg noch eine gute halbe Stunde joggen und merke dann am benachbarten Strand, dass der Wind inzwischen richtig heftig ist. Wir trauen uns beide das erste mal im WoMo zu duschen und sind überrascht, wie gut das klappt. Den Sturm merken wir so heftig im WoMo, dass wir den in den Windschatten des benachbarten Restaurants fahren. Wir werden also heute Nacht in den Schlaf geschaukelt 😊 Abends gibt’s noch einen Geburtstags-Aperol-Spritz.
Mittwoch, 9. Mai
Um 5 Uhr in der Früh wurden wir wach, weil der Sturm noch stärker wurde und das ganze WoMo am Rappeln und Wackeln war. Von wegen schaukeln…Das war mir echt zu heftig. Kurz überlegen wir, ob wir wegfahren und uns geschützter stellen. Tun wir nicht und irgendwann lässt der Sturm auch wieder nach. Zum Frühstück gibt es super leckeres Brot mit 6 Cerealien, welches ich gestern in Cascais fand. Um 10 Uhr verlassen wir dieses wunderschöne Plätzchen und fahren auf der Küstenstrasse weiter nach Lissabon. Wir entscheiden uns gegen den Campingplatz dort und stellen uns auf einen Parkplatz am Wasser in Belem. Muss das Bloggen eben noch warten, weil wir wieder kein Wlan haben. Von dort radeln wir auf dem schönen Radweg in die Stadt bis zur Markthalle. Der „Time Out Market“ wurde uns u.a. von meiner Zahnärztin empfohlen. Nett drinnen. Wir nehmen uns vor zum Ende des Tages hier etwas zu essen. Von dort aus einmal kreuz und quer durch die Stadt. An einem Platz steht ein Sightseeing-bus und wir entscheiden uns spontan für eine Stadtrundfahrt. Ganz schön schnell ist der unterwegs, bei offenem Verdeck und Temperaturen um die 17 Grad nicht immer ein Vergnügen. Nach der Rückkehr wollen wir hoch zum Castel de Sao Jorge. Schon der Weg dorthin ist spannend und hübsch. Leider kommen wir auch in den Park nur mit Eintritt, was uns echt zu lange dauern würde, weil die Warteschlange sehr lang ist. Also schlendern wir dort und im angrenzenden Stadtviertel Alfama rum und entdecken immer mehr richtig schöne Ecken. Jetzt mögen wir Lissabon. Auf dem Weg in die Markthalle kommen wir am Prada do Comercio vorbei. Auf diesem werden alle Veranstaltungen rund um den ESC, der ab morgen stattfindet, live auf Grossbildleinwand übertragen. Strenge Sicherheitskontrollen sorgen für Sicherheit. Wir gehen weiter zur Markthalle und sitzen an einem der vielen großen „Gemeinschaftstischen“. Uns gegenüber sitzt ein deutsches Päärchen, aber ins Gespräch kommen wir mit einem älteren Ehepaar aus Malaysia. Der nette Herr zählt erstmal auf, was er alles von Deutschland kennt. München, Berlin, Hamburg, Mercedes, BMW, VW, Siemens, Bosch und Schweinshaxe Die beiden sind eine Woche in Lissabon und finden es enorm, dass wir mit dem WoMo bis nach Portugal gefahren sind. Tja… Wir fahren gut gelaunt zum Parkplatz zurück, plauschen dort noch kurz mit einem deutschen Päärchen, die uns Tipps für Barcelona geben und schon seit längerem unterwegs sind auch nicht so erfreut sind, dass es in der Heimat 10 Grad wärmer sind als hier. Was soll’s.. .
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen